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Der Januar 2025 steckt voller spannender Entwicklungen! In unserem Beitrag fassen wir die bedeutendsten Ereignisse zusammen.
Startseite » News » Wärmebehandlung – Wie Stahl seine gewünschten Eigenschaften erhält

Im März haben wir uns in der Stahlschule mit den Lieferzuständen von Stahl beschäftigt. Heute gehen wir einen Schritt weiter: Wie lassen sich die Eigenschaften von Stahl gezielt beeinflussen?
Die Antwort liegt in zwei entscheidenden Faktoren:
der chemischen Zusammensetzung – also der Wahl und Menge der Legierungselemente
und der Wärmebehandlung von Stahl – also dem gezielten Erwärmen und Abkühlen
Stahl ist ein äußerst anpassungsfähiger Werkstoff. Je nach Zusammensetzung und Behandlung kann er sehr unterschiedliche Eigenschaften annehmen. Diese lassen sich in vier Kategorien einteilen:
Mechanische Eigenschaften
z. B. Zugfestigkeit, Streckgrenze, Zähigkeit, Warmfestigkeit, Härte
Physikalische Eigenschaften
z. B. elektrische Leitfähigkeit, Wärmeausdehnung
Technologische Eigenschaften
z. B. Umformbarkeit, Schweißeignung, Zerspanbarkeit
Chemische Eigenschaften
z. B. Korrosionswiderstand
Welche Kombination benötigt wird, hängt stark vom späteren Einsatzzweck ab. Um die gewünschten Merkmale zu erzielen, wird neben der Legierung vor allem die Wärmebehandlung gezielt eingesetzt.
Im festen Zustand sind die Eisen-Atome in einem regelmäßigen Kristallgitter angeordnet. Beim Erwärmen und Abkühlen verändern sich diese Gitterstrukturen – abhängig von der Temperatur, der Abkühlgeschwindigkeit und vom Gehalt an Legierungselementen (insbesondere Kohlenstoff).
Die Wärmebehandlung macht sich diese Vorgänge zunutze. Durch kontrollierte Temperaturführung lassen sich bestimmte Gefüge- und Härtezustände einstellen – und damit gezielt Eigenschaften beeinflussen.
Beim Glühen wird der Stahl langsam erwärmt, auf Temperatur gehalten und anschließend ebenso langsam abgekühlt. Ziel ist ein homogenes Gefüge mit verbesserten Bearbeitungs- oder Verarbeitungseigenschaften.
Typische Glühverfahren:
Spannungsarmglühen: Abbau innerer Spannungen, z. B. nach Kaltverformung oder Schweißen
Weichglühen: Verbesserung der Zerspanbarkeit
Normalglühen (Normalisieren): Erzeugung eines gleichmäßigen, feinkörnigen Gefüges
Diffusionsglühen: Ausgleich von Konzentrationsunterschieden bei stark legierten Stählen (ab ca. 1050 °C)
Hier wird der Stahl auf eine definierte Härtetemperatur erhitzt, kurz gehalten und anschließend rasch abgeschreckt – z. B. in Wasser, Öl oder Luft. Es entsteht Martensit, ein sehr hartes, aber auch sprödes Gefüge.
Um die beim Härten entstandene Sprödigkeit zu reduzieren und die Zähigkeit zu erhöhen, wird der Stahl nach dem Abschrecken erneut auf moderate Temperaturen (zwischen 200 °C und 350 °C) erwärmt.
Das Vergüten ist eine Kombination aus Härten und hohem Anlassen (zwischen 550 °C und 700 °C). Es entsteht ein feinkörniges Gefüge mit hoher Festigkeit und ausreichender Zähigkeit – ideal für dynamisch beanspruchte Bauteile.
Ein besonders interessanter Werkstoff in unserem Portfolio ist Creusabro®, ein verschleißfester Stahl mit selbsthärtender Eigenschaft.
Er benötigt keine klassische Wärmebehandlung vor dem Einsatz, denn er härtet sich während der Nutzung selbst nach – durch Kaltverfestigung und Temperatureinfluss.
So bleibt der Werkstoff auch bei hohen Temperaturen bis 450 °C formstabil und verschleißfest – ohne nennenswerten Härteverlust. Ein klarer Vorteil in anspruchsvollen Anwendungen wie dem Schüttgutumschlag, bei Brechern oder beim Recycling von Aufbruchasphalt.
Die Wärmebehandlung ist ein zentrales Werkzeug der Werkstofftechnik.
Sie ermöglicht es, Stahl individuell auf die jeweilige Anforderung einzustellen – ob besonders hart, besonders zäh oder temperaturbeständig. In Kombination mit der passenden Legierung entsteht so ein Werkstoff mit genau definierten Eigenschaften.
Sie haben Fragen zur Wahl des geeigneten Werkstoffs?
Wir unterstützen Sie gerne – mit unserem Know-how und einem breiten Lagerprogramm an warmfesten und verschleißfesten Stählen.

Der Januar 2025 steckt voller spannender Entwicklungen! In unserem Beitrag fassen wir die bedeutendsten Ereignisse zusammen.

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